Kategorie-Archiv: PR-Blog

„Und was willst du eigentlich später damit machen?“ – Von der Uni – über Praktika – in den Beruf

– von Lisa Schaber –

Jeder Student der Geisteswissenschaften (dazu gehören unter anderem Literatur- und Sprachwissenschaften, Philosophie, Religion, Geschichte und Kulturwissenschaft) kennt den Satz: „Und was willst du eigentlich später damit machen?“ nur zu gut.

Lisa Schaber, Praktikantin Convensis Group

Am Anfang meines Studiums der Anglistik/Amerikanistik und Allgemeinen Sprachwissenschaft in Tübingen hat er für einige Unsicherheiten gesorgt, da ich noch keine bestimmte Vorstellung hatte, für welche Fachrichtung mein Studium mich qualifizieren wird.  Da der Berufseinstieg und das eigentliche Berufsziel für Geisteswissenschaftler nur vage vorgezeichnet werden kann, fühlen sich daher fast alle Studenten ein wenig verloren. Studienbegleitende Seminare, die Schlüsselqualifikationen vermitteln,  sind in den Bachelor-Studiengängen der Geisteswissenschaften mittlerweile obligatorisch und helfen den Studenten beim „Hineinschnuppern“ in mögliche Berufsfelder. Praktika dienen dazu, diese Tätigkeitsfelder praktisch zu erkunden und sorgen für einen leichteren Einstig in das spätere Berufsleben. Von Semester zu Semester habe ich durch diese Seminare Einblicke in Berufsfelder gewonnen und wusste daher ungefähr, in welchen Bereichen ich ein Praktikum absolvieren möchte.

Nachdem ich letztes Jahr für vier Monate in einem kleinen Stuttgarter Redaktionsbüro gearbeitet habe, wurde ich auf Öffentlichkeitsarbeit aufmerksam und habe beschlossen, in diesem Bereich ein Praktikum zu beginnen. Auf der Suche nach freien Praktikumsplätzen im Raum Stuttgart/Tübingen bin ich als erstes auf Convensis gestoßen, habe mich sofort beworben und nach einem lockeren Gespräch erhielt ich schließlich die Zusage für ein sechsmonatiges Praktikum. Da in meinem sechsten und letzten Semester an der Uni nur noch ein Hauptseminar und das Schreiben meiner Bachelorarbeit (lediglich 25 Seiten! Halb so schlimm.) ansteht, kann ich an drei Tagen in der Woche bei Convensis PR-Luft schnuppern und darf als Praktikantin das Team Lifestyle/Beauty unterstützen.

Nun bin ich bereits seit März bei Convensis und unterstütze mein Team bei verschiedenen Tätigkeiten wie zum Beispiel beim Schreiben von Pressemitteilungen, sowie bei Übersetzungen und Rechercheaufgaben. In den kommenden Monaten werde ich hier berichten, wie es mir, einer Studentin der Geisteswissenschaft, die ja eigentlich die klassische Universitätslaufbahn einschlagen sollte, im „Haifischbecken“ der freien Wirtschaft ergeht. Die wesentliche Frage: Bietet mir diese scheinbar „brotlose Kunst“, die ich studiere, eine Zukunft?

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Der Höhepunkt des Uhren- und Schmuckjahres – Mein Besuch auf der Baselworld

– von Julia Wiedmann –

Entdeckte Trends: Kreativität und Individualismus

Der Schmuck- und Uhrenindustrie geht es gut. Seit der letzten großen Krise 2008/2009 hat die Branche jährlich ein zweistelliges Wachstum ausgewiesen. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen, jedenfalls gefühlt; schon wenn man in die Basel-Welt eintaucht, trifft man auf mächtige Messestände, die mehr als beeindrucken.

Auf der Suche nach Trends der Uhrenbranche stieß ich in Halle A auf extrovertiertes Design. Was die Traditionsmarken für ihre Kunden im petto haben, geht weit über Zeitmessung hinaus. Individualität ist auf dem Vormarsch, sowie eine gesunde Portion Nostalgie für die „Golden Oldies“.

Damenuhren werden 2014 wieder kleiner. Damit wird die Grenze zwischen Damen- und Herrenuhren deutlicher . Erweitert hat sich auch das Repertoire der verfügbaren Armbänder. Während Leder- und Metallarmbänder weiterhin die Klassiker sind, werden einige besonders sportive Uhren auch mit Kautschuk- beziehungsweise Silikonarmbändern angeboten. Völlig neu für mich war das sogenannte NATO-Armband. Es basiert auf einem Modell , das das britische Verteidigungsministerium  in den 1960er Jahren entwickelt hat.  Eigentlich wurde es in der englischen Armee erfunden, um die Uhren im Einsatz am Handgelenk zu befestigen.

Zum Thema Individualität als Trend der Uhrenindustrie: Begehren kann man bei Kunden nur noch durch absolute Exklusivität erzeugen. Also lässt sich die Branche immer ausgefallenere Funktionen, Designs und Materialien einfallen. Mit der klassischen Zeitanzeige hat das alles nicht mehr viel zu tun. Mit großem Kunsthandwerk sehr wohl.

Für die Schmuckbranche gilt: Wer Glitzer und Glamour liebt, kann sich freuen. Der kluge Schmuckhersteller stellt 2014 Preziosen her, den sich die Frauen selber kaufen, anstatt ihn sich schenken zu lassen. Dabei gilt: XXL ist gefragt! Der Schmucktrend des Sommers sagt eines klar: groß und größer muss es sein. Zarte Kettchen, dünne Armreifen und kleine Ohrstecker sind passé, jetzt wird alles in pompös und mächtig getragen. Sollen andere bescheiden sein; Frauen punkten in diesem Jahr mit prachtvollem Glitzerschmuck, lautet ein wichtiges Modemotto 2014. Mein persönliches Fazit: Kreativität ist die schöpferische Fähigkeit, Neues zu erschaffen. Beeindruckt und voller Inspirationen verließ ich die 42. Weltmesse für Schmuck und Uhren.

 

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Gibt es DIE ideale Strategie für Social Media? – Wie der deutsche Mittelstand soziale Medien nutzt

– von Andreas Eisfeld –

Während die großen DAX-Unternehmen durch die Bank in Social Media-Portalen vertreten sind und ihre Botschaften zum großen Teil erfolgreich platzieren, gehen die Meinungen über Nutzen und Sinn des Einsatzes sozialer Medien im Mittelstand weit auseinander: Lässt sich meist kein messbarer Erfolg erkennen, oder handelt es sich doch etwa um ein Sprungbrett, um kleine, aber feine Erfolgsgeschichten zu schreiben? Und sind es nicht vor allem die jungen Unternehmen, die von geschickter Kommunikation in der Digitalwelt profitieren? Wenn also eine Sache klar ist, dann, dass noch viele Fragen offen sind. Kann es überhaupt eine Musterstrategie, das eine richtige Konzept zur effektiven Nutzung geben? Um zumindest diese Frage zu klären, sollten wir erst einmal einen Blick auf die digitalen Nutzungsgewohnheiten deutscher kleiner und mittlerer Unternehmen, die sogenannten KMU, werfen.

Im Rahmen meiner Abschlussarbeit an der Universität Hohenheim habe ich im vergangenen Jahr das Nutzungsverhalten kleiner und mittlerer Unternehmen in Baden-Württemberg untersucht – einem Bundesland, das sich gerne für seine Nähe zu technischen und technologischen Trends rühmt. Dies spiegelte sich  schon im Anteil der untersuchten Unternehmen wider, die Social Media aktuell nutzen:  Von insgesamt 367 befragten mittelständischen Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen gaben 67 Prozent der Befragten an, mindestens eine Form sozialer Medien zu nutzen.

Grundsätzlich schienen für die restlichen Untersuchungsteilnehmer vor allem zwei Gründe gegen den Einsatz von Social Media sprechen: 48 Prozent der Unternehmen, die sich gegen den Einsatz im Web 2.0 ausgesprochen hatten, erwarteten schlichtweg keinen Nutzen durch Social Media-Auftritte, während 45 Prozent den personellen Aufwand als zu hoch einschätzten. Darüber hinaus wurde häufig Zeitmangel angegeben, sowie, dass sich die Präsenz in sozialen Medien zwar in der Planungsphase befinde, allerdings zum Zeitpunkt der Umfrage noch nicht realisiert wurde. Vereinzelt wurde geäußert, dass innerhalb des Unternehmens immer noch Unklarheiten über die strategische Ausrichtung bestehe (etwa bei der Auswahl der Zielgruppen der Kommunikationsaktivitäten), weshalb der Einsatz noch nicht sinnvoll erscheine. Viele der Gründe gegen den Social-Media-Einsatz basieren also auf Formen von Zeit-, Personal- und Ressourcenknappheit, die vor allem im Mittelstand und bei kleinen Unternehmen eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielen.

Von sicherlich größerem Interesse ist aber, wie denn Social Media tatsächlich genutzt wird: Es ist auffällig, dass mit 51 Prozent mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen innerhalb der letzten zwei Jahre mit der Nutzung begonnen hatte, was dafür spricht, dass sich viele mittelständische Unternehmen immer noch im Adoptions- und Aneignungsprozess befinden. Den Erwartungen entsprechend sind KMU vor allem bei den sozialen Netzwerken, allen voran den eher privat ausgerichteten Netzwerken wie Facebook, aktiv vertreten. 76 Prozent der Befragten nutzen private soziale Netzwerke aktiv, 66 Prozent nutzen beruflich ausgerichtete Netzwerke aktiv. Auffällig ist aber auch die hohe passive Nutzung (also beispielsweise die Nutzung als Recherchetool zur Suche von Informationen) von beruflichen Netzwerken wie etwa XING, die von 78 Prozent der befragten Unternehmen betrieben wird und damit noch vor der aktiven Nutzung der privaten sozialen Netzwerke liegt.

Social-Media-Management hängt noch immer der Ruf als „Nebenbei-Tätigkeit“ nach. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass Mitarbeiter Social Media betreuen, die parallel auch für andere Aufgabengebiete zuständig sind. Nur 4 Prozent beschäftigen Angestellte, die ausschließlich für die Betreuung der Social Media-Kanäle zuständig sind. Der Großteil setzt soziale Medien zur Steigerung des Bekanntheitsgrades (89 Prozent der Befragten) ein. Als Instrument zur Kundenbeziehungspflege verstehen 67 Prozent ihre Social Media-Auftritte. Als dritthäufigstes Ziel wurde die Steuerung des Marken- und Unternehmensimages (65 Prozent) genannt. 84 Prozent gaben an, dass Neukunden eine Zielgruppe ihrer Social Media-Kommunikation darstellen, 81 Prozent nannten Bestandskunden. Auf dem dritten Rang folgen Geschäftspartner (64 Prozent). Der grundsätzliche Impuls zur Einführung stammte in vielen Fällen von der Geschäftsführung, die Ausgestaltung geschah über die betreuenden Mitarbeiter. Soweit also der kurze und knappe Überblick.

Wie entwickelt sich also nun der Social-Media-Einsatz im Mittelstand, und viel wichtiger, gibt es eine ideale Strategie? Wie in so vielen Fällen hat sich bei dieser Untersuchung schnell herausgestellt, dass es die eine, für alle perfekte Nutzungsweise nicht geben kann. Zu unterschiedlich sind individuelle Ansprüche. Uns allen ist aber selbstverständlich klar, dass das reine Einrichten eines Facebook-Accounts kein Garant für den erfolgreichen Auftritt in der Netzwelt darstellt. Vielmehr zählt es, ein schlüssiges Konzept zu erarbeiten, das aber natürlich auch zu den spezifischen Begebenheiten des Unternehmens passt. Und so besteht dann auch für den Mittelstand die Chance, mit der richtigen Motivation und der zündenden Idee eine kleine, aber feine Erfolgsgeschichte zu schreiben. Wie das funktionieren kann, zeigt die bekannte Therme Erding: Der offizielle Facebook-Auftritt des Erlebnisbads zählt über 190.000 Fans und bietet damit eine erstaunlich breite Plattform für die Unternehmenskommunikation.

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Threema, Telegram & Co.? Oder doch lieber bei WhatsApp bleiben?

– von Felix Haußmann –

Kein Thema bewegt die Nutzer von Smartphones in letzter Zeit so sehr, wie die Übernahme von WhatsApp durch Facebook: Sind meine Daten bei WhatsApp noch sicher? Spioniert Facebook jetzt auch noch meine wahren Freunde über mein Adressbuch aus? Sind die Beteuerungen des WhatsApp Gründers Jan Koum, der Nachrichtendienst bleibe ein eigenständiges Unternehmen, glaubhaft? Das sind nur einige der Fragen, die sich die verunsicherte Nutzergemeinde jetzt stellt.

Praktikant und Verschlüsselungsexperte Felix Haußmann

Auch ich habe mir natürlich alle diese Fragen gestellt und überlegt zu welchem alternativen Anbieter ich nun wechseln könnte. Diese Frage ist aber gar nicht so einfach zu beantworten. Die einen sagen dies, die anderen das genaue Gegenteil. Ist Telegram nun die beste Alternative oder doch besser Threema, der Blackberry Messenger, Line oder gar myEnigma? Mein erster Gedanke war: Jetzt warte ich erst mal ab, was die anderen alle machen. Aber anscheinend verfahren die meisten nach diesem Muster, jedenfalls hat sich zumindest in meinem Freundes- und Bekanntenkreis noch keine eindeutige Lösung herauskristallisiert.

Nach einigem Warten und nachdem sich die meisten meiner WhatsApp-Kontakte dann doch entweder für Telegram oder für Threema entschieden hatten, habe auch ich mir den Telegram Messenger heruntergeladen. Der Vorteil: Er ist kostenlos. Der Nachteil: Ich weiß nicht so richtig, ob ich in eine App, die zur russischen Version von Facebook gehört, mehr Vertrauen haben sollte, dass sie mit meinen Daten verantwortungsvoll umgeht, als zu WhatsApp. Auch in einer Bewertung der Stiftung Warentest schneidet Telegram nur unwesentlich besser ab als WhatsApp. Telegram bietet zwar eine End-to-End-Verschlüsselung, diese muss vom Nutzer allerding gezielt unter „Secret Chat“ ausgewählt werden. Ebenso wie WhatsApp speichert auch Telegram alle Adressbucheinträge aus meinem Smartphone, ansonsten überträgt die App aber anscheinend keinerlei Daten an den Anbieter oder an Dritte.

Deutlich besser bewertet wird hingegen die Schweizer App Threema. Threema benutzt im Gegensatz zu Telegram eine automatische End-to-End-Verschlüsselung. Adressbucheinträge können zwar ebenfalls gespeichert werden, allerdings nur in pseudonymisierter Form und mit der ausdrücklichen Zustimmung des Nutzers. Aber auch, wenn man dem Auslesen seines Adressbuches nicht zustimmt, kann die App angeblich problemlos verwendet werden. Der Grund, warum sich die meisten meiner Freunde und auch ich mich letztendlich nicht für Threema, sondern für Telegram entschieden haben, liegt wahrscheinlich daran, dass Threema nicht kostenlos ist. Auch für mich waren 1,79 Euro für eine App, bei der ich nicht wusste, ob sie einen Nutzen hat, ein Hemmnis.

Doch obwohl ich jetzt den neuen Messenger installiert habe, konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, WhatsApp von meinem Handy zu löschen. Zu viele meiner WhatsApp-Kontakte sind entweder noch immer dort oder aber sie sind zu einem ganz anderen Anbieter gewechselt. Deshalb habe ich jetzt beide Messenger und habe beschlossen, die weitere Entwicklung einfach mal ganz entspannt abzuwarten. Am Ende entscheidet man ja doch nicht selber darüber, mit welcher App man seine sozialen Kontakte pflegt. Es wird darauf ankommen, wie sich das Umfeld entscheidet, weil man ja eine App benutzen will, mit der man mit möglichst vielen seiner Freunde kommunizieren kann. Und dazu ist es nötig, dass sie von möglichst vielen genutzt wird – so wie das bei WhatsApp der Fall ist und wahrscheinlich trotz aller Befürchtungen auch bleiben wird.

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A fair(y)tale

– von Evelyn Großmann –

Ein Besuch auf der Inhorgenta Munich – das heißt ein Tag voll neuer Impressionen, interessanter Gespräche, beeindruckender Vielfalt. Das wusste ich schon, bevor ich am Freitag in München eintraf. Aber nur theoretisch. Aus Erzählungen, Bildern und Informationstexten.

Doch die wahren Dimensionen dieses Events, das mittlerweile auf bereits 41 Jahre Tradition zurückblickt, wurden mir erst klar, als ich das riesige Messegelände betrat. Im Wind wehten meterhohe Flaggen mit dem Inhorgenta-Logo. Der fast schon endlose Weg zum Eingang war gesäumt von Plakaten der Aussteller, die Lust auf mehr machten. Und dort, hinter den Glastüren und schickem Empfangsbereich, öffnete sich an meinem 75. Tag bei Convensis eine für mich neue Welt. Hier präsentieren Jahr für Jahr zahlreiche Uhren- und Schmuckmarken ihre Meisterstücke. Überall glänzen polierte Oberflächen, glitzern geschliffene Steine in allen Farben. Die Vielfalt ist riesig.

Evelyn Großmann, Junior Manager Communications, am Stand des Ausstellers Junghans

Von klassisch-edlen Zeitmessern aus traditionsreicher Uhrmacherkunst, bis hin zu poppig-schrillem Designschmuck – für jeden Geschmack und Stil ist etwas dabei. Neben den großen, luxuriösen Ständen reizen ungewöhnliche Messeauftritte mit kreativen Einfällen. Da kann es schon vorkommen, dass dem überraschten Besucher plötzlich ein Pulk Damen in, nunja, „sommerlicher Strandkleidung“ über den Weg läuft. Oder der Messestand aus einem futuristisch anmutendem Airstream Campingmobil besteht. Für neue Gedankenanstöße ist die Inhorgenta Munich die richtige Plattform. Hier beeindrucken die Aussteller mit ihren neuen Produkthighlights nicht nur die Besucher, sondern inspirieren sich auch gegenseitig. Trends werden gesetzt und präsentiert. Deshalb ist ein Besuch auf der Inhorgenta Munich in jedem und für alle Sinne spannend.

Die Zeit steht für ein paar Tage still – und fliegt doch in einem Augenblick vorbei. Zum ersten Mal war auch ich dabei im Trubel der Messe. Für unseren Kunden Junghans durfte ich den Pressevertretern die neuesten Highlights aus der Kollektion vorstellen und mögliche Veröffentlichungen besprechen. Pressekonferenz, Preisverleihung, Einzeltermine.  So ein Tag auf der Inhorgenta Munich geht schnell vorbei. Nach etlichen Gesprächen mit Journalisten unterschiedlichster Redaktionen, engagierter Aussteller und Koryphäen der Branche trat ich am Abend müde, aber glücklich wieder den Heimweg an. Mit vielen neuen Eindrücken und Gedanken im Gepäck ging es zurück quer durchs Land. Auf Wiedersehen, Inhorgenta Munich! Bis zum nächsten Mal!

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Werbung ist der Wind, PR ist die Sonne – Betrachtungen zur Wirkung von Werbung und Public Relations

Jacqueline Büttner, Project Manager Communications

„Du arbeitest in einer PR-Agentur! Also machst du Werbung?!“ Diesen Satz höre ich beinahe jedes Mal, wenn ich erzähle, welchen Berufsweg ich eingeschlagen habe. Public Relations setzt der Laie eigentlich immer mit Werbung gleich. Dabei unterscheiden sich die beiden Formen öffentlicher Kommunikation sowohl in ihren Zielen, als auch in ihren eingesetzten Mitteln.

Alan und Laura Ries vertraten schon 2003 die provokante These, dass Werbung sich überlebt hat – sie sei zu kostspielig, zu selbstverliebt, zu ineffizient. Die beiden Autoren von „Werbung ist die bessere PR“ übersetzen die umstrittene Wirkung von Werbung in eine Fabel von Äsop, in der sich der Wind (Werbung) mit der Sonne (PR) streitet, wer von beiden der Stärkere sei. Sonne und Wind einigen sich, dass derjenige gewinnt, der einen Wanderer, der des Weges kommt, zuerst dazu bringen kann, seinen Mantel abzulegen. Je stärker der Wind bläst, desto fester hüllt sich der Wanderer in seinen Mantel. Als jedoch die Sonne zu scheinen beginnt und ihre Strahlen auf die Erde schickt, spürt der Wanderer allmählich die wärmende Wirkung und zieht seinen Mantel aus. Der Wind muss sich geschlagen geben, die Sonne geht als Siegerin aus dem Wettbewerb hervor.

Diese Geschichte soll vor allem zeigen, dass Wahrnehmungen sich nicht erzwingen lassen. Werbung als kräftig blasender Wind setzt auf den Knalleffekt. Die Sonne in Form der PR setzt dagegen auf nachhaltigen Aufbau.

Werbung ist der Wind

Bei Werbung geht es darum, den Absatz des beworbenen Produkts schnellstmöglich zu erhöhen. Ein Produkt soll mit all seinen Vorteilen dargestellt werden, während die Nachteile verschwiegen werden – sonst würde die Aufforderung zum Kauf wenig überzeugend wirken. Werbung mit guten Werbetexten kann sich sofort auf den Gewinn auswirken, ist also auf der Habenseite des Unternehmens erkennbar. Werbefachleute sprechen dabei von der Anstoßwirkung: Bei gedruckten Anzeigen soll sie über ganzseitige, bunte Inserate oder Seiten zum Ausklappen erreicht werden. Bei Fernsehwerbungen über temporeiche Action, verrückte Kameraeinstellungen und rasante Schnitte. Bei Radiospots über das Aufdrehen der Lautstärke. Dies sind jedoch Mittel, die immer schlechter funktionieren. Falsch positionierte Werbung führt dazu, dass sich der Umsatz nicht steigert oder sogar rückläufig wird. Je aufdringlicher das Kaufangebot, je stärker also der Wind bläst, desto stärker wehrt sich der Kunde gegen die Kaufbotschaft. Bei einer ständig steigenden Werbebelastung der Konsumenten, erreicht Werbung in vielen Fällen das Gegenteil dessen, was sie eigentlich bezwecken wollte.

 PR ist die Sonne

PR ist hingegen die wärmende Sonne. Sie ist darauf angewiesen, zu überzeugen, gute Argumente zu bringen und interessante Neuigkeiten für den Konsumenten zu transportieren. Medienvertreter lassen sich nicht zwingen, die Botschaft eines Unternehmens in einen Beitrag oder einen Artikel aufzunehmen. Redakteure und Journalisten bewerten, ob die von Unternehmen ausgesendeten Nachrichten wirklich interessant und verlässlich sind. Es liegt ganz in deren Händen, ob und wie sie über ein Produkt berichten. Auf diese Weise empfindet der Kunde eine redaktionelle Botschaft nicht als Zwang, sondern als Empfehlung. Genau aus diesem Grund sind redaktionelle Artikel über ein Produkt am Ende aber sehr viel glaubwürdiger und damit auch wirksamer als bezahlte Werbeanzeigen. Das Ergebnis durch gut verfasste Pressetexte ist auch nicht so deutlich ablesbar, hier wirken sich die Erfolge eher langfristig auch finanziell aus – die wärmende Wirkung der PR führt meist dazu, dass ein Konsument den Mantel ablegt, sich also für ein Produkt öffnet.

Wind und Sonne in optimalem Zusammenspiel

Die bislang aufwendigste Vergleichsstudie zur Wirkungskraft von Werbung und PR aus dem Jahr 2010 ergab, dass PR für Unternehmen im direkten Vergleich meist wirkungsvoller ist als die klassische Werbeanzeige – jedenfalls wenn Kunden schon mit dem Gedanken spielen, sich Produkte wie Autos, Kosmetik oder elektronische Geräte zu kaufen. Lothar Rolke und Marei Dost haben in ihrem Werk „Werbung und PR im Leistungstest“ (2010) mehr als 50 internationale Studien ausgewertet sowie ein Experiment mit über 1000 repräsentativ ausgewählten Personen durchgeführt.

Das Ergebnis: Öffentlichkeitsarbeit überzeugt vor allem, wenn es um die Vermittlung von Wissen, um Fragen der Glaubwürdigkeit und um Überzeugungskraft geht. Klassische Werbung entfaltet ihre Stärken, wenn Produkte vermarktet werden, denen der Konsument meist weniger Aufmerksamkeit schenkt. Letzten Endes sollen beide Formen den Absatz eines Produkts unterstützen und funktionieren am besten, wenn sie in einem ausgewogenen Zusammenspiel stehen.

Jacqueline Büttner ist als Project Manager Communications bei der Convensis Group in der PR-Beratung tätig.

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Social Media als Teil der Unternehmenskommunikation – Lohnt sich das?

Die Nutzung sozialer Netzwerke zu PR- und Marketingzwecken ist für die Global Player der Wirtschaft selbstverständlich. Die weitverbreitete „Dabei sein ist alles“-Mentalität ist für mittelständische Unternehmen jedoch keine sinnvolle Option. Anstatt sofort überall präsent sein zu wollen, empfiehlt sich ein Blick auf die einzelnen sozialen Netzwerke. Denn jeder Social Media Channel folgt seiner eigenen Logik – und ist definitiv mehr als bloß ein weiteres Sprachrohr für die unternehmenseigenen Botschaften.

Medienlandschaft 2.0

Wirft man einen Blick auf die Medienlandschaft, erklärt sich fast von selbst, warum das Social Web heute in die Überlegungen jeder Kommunikationsstrategie miteinbezogen wird. Denn Social Media kann etwas, was Print, TV und Radio nicht können. Schlagendes Argument ist zunächst einmal die bloße Reichweite. Mehr als Dreiviertel der deutschen Bevölkerung ist online. Davon ist ca. jeder Dritte bei Facebook registriert. Hinzu kommt, dass die nachwachsende Generation, die „Digital Natives“, über die klassischen Medien immer schlechter erreicht werden. Die sozialen Netzwerke werden in der jüngeren Altersgruppe zunehmend als Alternative zu Google genutzt – aus dieser Perspektive funktioniert Facebook als geschlossenes Betriebssystem, innerhalb dessen es sich für Unternehmen definitiv lohnt, auffindbar zu sein. Was die sozialen Medien für Unternehmen außerdem so wertvoll macht, sind die globale Präsenz, die geringen Teilnahmekosten und der dialoghafte Austausch mit der Zielgruppe.

Ziele setzen, zuhören, lernen

Um überhaupt Inhalte liefern zu können, die für die Nutzer interessant sind, sollte sich jedes Unternehmen überlegen, welche Ziele das Social Media Engagement verfolgt und welche Zielgruppe angesprochen wird. Geht es um den Austausch mit Kunden oder Geschäftspartnern? Sollen neue Mitarbeiter gewonnen werden? Geht es darum, ein bestimmtes Markenimage zu fördern? Soll der Umsatz gesteigert werden? Neben PR, Marketing und Human Resources kann Social Media auch in den Bereichen Kundenservice und Forschung genutzt werden – denn wer offen für die Wünsche seiner Kunden ist, kann unter Umständen sogar Schlüsse für die eigene Unternehmensstrategie ziehen.

Netzwerke nutzen

Über Unternehmen wird gesprochen – unabhängig davon, ob das Unternehmen selbst sich am Gespräch beteiligt oder nicht. Daher stellt sich aus Unternehmenssicht weniger die Frage, ob man im Social Web kommuniziert, sondern vielmehr die Frage, wie und in welcher Form. Um zu analysieren, welcher Channel sich für das eigene Unternehmen lohnt, muss man  wissen, warum Personen in bestimmten Netzwerken aktiv sind.

Im Web 2.0 ist Facebook nach wie vor der absolute Spitzenreiter. Das Netzwerk wächst und wächst – seit Dezember 2012 kratzt es konstant an der weltweiten Nutzerzahl von einer Milliarde. Facebook ist gewissermaßen das Netzwerk für jedermann, die Alters- und Geschlechterverteilung ist bei keinem anderen Netzwerk so ausgeglichen wie hier. So vielfältig wie die Nutzerstruktur sind auch die Ziele, die mit Social Media verfolgt werden können (siehe Grafik). Imagepflege, Vertriebsunterstützung, Kundenservice, Marktforschung, Human Resources – eigentlich gibt es bei Facebook nichts, was unmöglich wäre. Daher eignet sich Facebook als Ausgangspunkt (fast) jeder Social Media Strategie, ist allerdings auch sehr arbeitsintensiv, da gute Inhalte Zeit kosten – zumal visuelle Inhalte tendenziell besser ankommen als reine Textbeiträge.

Während bei Facebook der Unterhaltungswert im Vordergrund steht, dreht sich die Kommunikation bei Twitter stärker um den Nachrichtenwert. Kreativ visualisierte Inhalte sind hier nicht gefragt, da sich der Micro-Blogging-Dienst auf Textnachrichten bis 140 Zeichen beschränkt. Obwohl die Mitgliederzahl in Deutschland mit 500.000 nicht besonders hoch ist, bieten sich Anknüpfungspunkte für die Unternehmenskommunikation. Denn Twitter ist unter Journalisten eine beliebte Recherche-Quelle. Da Unternehmen Schlagworte mit Hashtag versehen können und dadurch in Twitter auffindbar sind, eignet sich dieses Tool aus Unternehmenssicht hervorragend dazu, sich durch Agenda Setting als Experte zu positionieren.

Was innerhalb des Social Media Kosmos zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist Pinterest. In diesem Netzwerk ist es so, dass registrierte Nutzer Fotos (oder Videos) hochladen und teilen, die dann von anderen weitergepinnt werden können. So entstehen Fotopinnwände, die sich viral weiterverbreiten können. Für Unternehmen ist Pinterest ein besonders spannendes Marketing-Tool, da dieses Netzwerk eine junge, weibliche, onlineshop-affine Zielgruppe anspricht. Jedes Unternehmen kann ganz einfach ein eigenes Profil anlegen, wovon nicht nur das Image, sondern auch der Umsatz profitiert: denn jedes Bild, sprich Produkt, kann mit dem unternehmenseigenen Onlineshop verlinkt werden. Damit deckt die Plattform ein Marktsegment ab, das von Facebook und Twitter kaum erfasst wird, denn in keinem anderen sozialen Netzwerk liegen Kommunikation und Konsum so dicht beieinander wie hier.

Authentizität gewinnt

Jedes Social Network folgt seiner eigenen Logik und erfordert seine eigenen Inhalte – trotz der Unterschiede gibt es jedoch einige Eckpfeiler der Kommunikation im Web 2.0, die netzwerkübergreifend gelten. Kurz und knapp könnte man diese Eckpfeiler auf folgende Formel bringen: Das Vertrauen der Zielgruppe kann nur gewonnen und aufrechterhalten werden, wenn das medial vermittelte Unternehmens-Image glaubwürdig ist und die Nutzer in der Kommunikation einen echten Mehrwert erkennen.

Was einfach klingt, ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Wer im Social Web aktiv ist, muss mit Kritik rechnen und personell und zeitlich dazu in der Lage sein, zeitnah auf Kommentare zu reagieren. Denn da die Inhalte der eigenen Fanpage – vor allem bei Facebook – je nach Engagement der Zielgruppe stark nutzergeneriert sein können, ist das medial geprägte Unternehmens-Image nur begrenzt steuerbar. Immer wieder gibt es Fälle, in denen Unternehmensseiten unfreiwillig zum Forum für kontroverse Diskussionen werden, die dem Image schaden können. Daher beinhaltet jedes gute Social Media Konzept auch einen Plan zum Krisenmanagement. Denn wer bei Angriffen Transparenz und Souveränität beweist und die geäußerte Kritik ernst nimmt, geht in der Regel sogar gestärkt aus der Krise hervor.

Nathalie Haidlauf, Manager Communications bei der Convensis Group

Nathalie Haidlauf ist als PR-Beraterin bei Convensis tätig und koordiniert als Social Media Manager (depak) den Web 2.0-Auftritt für die Convensis Group.

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