Soziales Projekt – Klimaschutz

„Mama, wieso sind heute so viele Autos unterwegs? Es ist doch Sonntag!“ Es ist wirklich viel los, die ganze Stadt scheint in Bewegung zu sein. Wir fahren heute zu einer Veranstaltung mit dem Auto, andere fahren bereits in den Weihnachtsurlaub, zu ihren Familien oder Freunden, um mit ihnen Weihnachten zu feiern, viele fliegen auch.

Kurz darauf sprechen wir darüber, dass mit größter Wahrscheinlichkeit leider kein Schnee liegen wird an Heilig Abend. Ja sogar in den sonst sicheren Skigebieten ist die Lage in diesem Jahr besonders katastrophal. Ein Schelm, der hier direkt einen Zusammenhang zieht.

– von Susanne Hencke – Während dies noch vor Jahren umstritten war, ist uns inzwischen klar geworden, dass die CO2-Emissionen Hauptverursacher für den Klimawandel sind. Ausstoß von Treibhausgasen entsteht beim Autofahren, Heizen, Kochen, Arbeiten, Feiern oder Fliegen. Deshalb lassen wir häufig das Auto stehen, packen unser Haus wärmedämmend ein oder kaufen klimafreundlich produzierte Kühlschränke. Die Convensis Group führt inzwischen sehr viele Kundengespräche, zu denen man sich früher vor Ort traf, per Skype, um Fahrten zu sparen.CO2-Ausstoß zu vermeiden ist am besten für unser Klima. Aber immer will oder kann man das ja gar nicht.

In Deutschland verursacht jeder Einwohner durchschnittlich gut 11 Tonnen Treibhausgase im Jahr. Klimaschützer fordern eine Reduzierung auf weltweit zwei Tonnen pro Mensch und Jahr, um die Folgen des Klimawandels einigermaßen beherrschbar zu halten.
Und selbst wenn wir uns Mühe geben und viele der verschiedenen Maßnahmen umsetzen, kann der Einzelne nicht selbst alle CO2 – Emissionen vermeiden. Wenn sie schon nicht vermieden werden können, gibt es aber dennoch die Möglichkeit, die persönliche CO2– Bilanz zu verbessern, nämlich durch „Kompensation“ der verursachten Emissionen.

Ausgleichszahlungen sollen beim Klimaschutz helfen

Die Idee ist eigentlich einfach: Für jede Person, jedes Unternehmen wird berechnet, wie viel CO2 durchs Autofahren oder die Herstellung eines Produkts etc. entstanden ist und dann, wie viel es kosten würde, diese Menge in einem Klimaschutzprojekt einzusparen. Dabei ist es zunächst unerheblich, wo klimaschädliches CO2 ausgestoßen und wo es eingespart wird. Deshalb kann der Ausstoß einer bestimmen Menge an Treibhausgasen, der hier nicht vermieden wird, an einem beliebigen Ort der Welt verhindert werden. Was am Ende immer zählt, ist die Bilanz.

CO2 Kreislauf

Foto: http://www.verbraucherfuersklima.de

Unvermeidbare Flugreisen können schon länger so kompensiert werden, inzwischen gibt es dieses Angebot aber auch für Dienstleistungen und Produkte, ja sogar für Veranstaltungen.
Kompensieren kann man manchmal direkt, z. B. im Reisebüro, meist werden die Ausgleichszahlungen aber über das Internet abgewickelt, bei Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern oder bei Kompensationsagenturen. Die verschiedenen Anbieter sind so zahlreich, dass mir ein Überblick sehr schwer fällt. Auch die Qualität der Anbieter lässt sich letztendlich schwer beurteilen. Die deutschen Verbraucherzentralen unternahmen 2010 diesen Versuch und haben insgesamt acht Kriterien definiert, nach denen beurteilt werden kann.

Für mich scheinen die Projekte, die unterstützt werden durch die Kompensation nicht ganz unwichtig.

Effiziente Kocher, Biogasanlagen, Kleinwasserkraftwerke

Die aufgeführten Klimaschutzprojekte sind weltweit verteilt, vorzugsweise in Schwellenländern, weil dort Klimaschutz günstiger ist: Türkei, Honduras, Nigeria, Indonesien, Indien, Thailand, China  – um nur einige Beispiele zu nennen. Die CO2-Reduzierung kann beispielsweise durch die Umstellung von Kohleöfen auf Solarkocher realisiert werden,  durch die Gewinnung von grünem Strom aus Ernteresten, der Gewinnung von Biogas aus Abwasser oder dem Bau von Windkraftwerken.

Jeder Anbieter hat verschiedene Projekte im Programm und verteilt die Mittel nach eigener Strategie, d. h. auch, dass man sich das Projekt, das mit der Ausgleichzahlung gefördert werden soll, nicht aussuchen kann. Im besten Fall bieten die Kompensationsagenturen detaillierte Informationen über die Projekte, Beteiligte und auch über das CO2-Einsparpotential.

Für mich ist wichtig, dass die Klimaschutzprojekte nach dem Gold Standard zertifiziert sind, dass ich sie sinnvoll finde und mich damit identifizieren kann. Und natürlich vertraue auch ich lieber einem Anbieter wie Atmosfair oder Arktik, die von führenden Naturschutzverbänden (z. B. NABU, B.A.U.M) empfohlen und unterstützt werden, als einer Fluglinie, die ansonsten wenig in den Klimaschutz investiert (z. B. Lufthansa, mit einer veralteten Flotte, die mehr CO2 verursacht als eine mit modernen Flugzeugen).

Was kosten mich CO2-Kompensationsleistungen?

Die errechneten CO2-Mengen und die Preise für entsprechende Kompensation schwanken von Anbieter zu Anbieter. Bei Atmosfair kann man ein Jahr Autofahren (bei 40 Km / Tag) mit 51,00 € kompensieren. GlobeClimate errechnet für unseren Firmengolf, mit dem wir im Jahr ca. 10.000 Km fahren, Kompensationskosten von 27,73 €. Flugkompensation ist unterschiedlich teuer, da die Anbieter dabei verschiedene Variablen kalkulieren. Einige berechnen z. B. die Flughöhe als Faktor mit ein, weil die Emission steigt und die verursachten Schäden stärker werden, umso höher ein Flugzeug fliegt. Andere nicht. Bei Atmosfair wird ein Flug von Stuttgart nach Hamburg mit 9,00 € kompensiert, GlobeClimate berechnet 5,63 € dafür, Lufthansa gar 23,00 €.

CO2-Ausstoß vermeiden ist immer noch am besten für das Klima

Kritiker vergleichen Kompensationszahlungen gern mit Ablasshandel, bei dem Industrie und Verbraucher sich ein reines Gewissen kaufen. Deshalb muss ganz klar sein: der beste Klimaschutz ist und bleibt die Vermeidung von Treibhausgasemissionen. Kompensieren kann immer nur die zweitbeste Lösung sein.

Personen und Unternehmen, sollten die Kompensation nicht als reine PR-Maßnahme begreifen, sondern sich bewußt machen, dass nur aktiver Klimaschutz wirklich hilft.

Das wird uns wahrscheinlich unsere weiße Weihnacht zurückbringen, aber vielleicht lassen wir in Zukunft einfach noch ein paar mal öfter das Auto stehen.

 

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