Die Psychologie eines DB-Bahn-Quiz‘

– von Susanne Hencke –

Gestern waren meine Social-Media-Kollegin Julia Wiedmann und ich das erste Mal auf einer SOCIAL MEDIA NIGHT im Stuttgarter Mercedes-Benz-Museum.

Julia Wiedmann und Susanne Hencke von der Convensis Group

Wir waren viel zu früh da, weil wir dachten, die Veranstaltung wäre ausverkauft und die guten Sitzplätze rar. Deshalb konnten wir im Vorfeld noch einen kostenlosen Frozen Yoghurt, gesponsort von  kissyo, in der Sonne genießen. Genau das Richtige an diesem sommerlichen Abend. Völlig entspannt verfolgten wir daher, später im Saal, den wachsenden Tweetstream an der Twitterwall, wo sich allerlei Sinn und Unsinn verbreiten durfte.

Meine Erwartungen bezüglich des Abends wurden im ersten Vortrag von Dr. Phillip Rauschnabel mehr als übertroffen. Er präsentierte souverän und humorvoll, gespickt mit vielen äußerst interessanten Details über „die Psychologie des Social Web“. Dabei ging es einerseits um die Bedeutung von Bewertungsportalen (z.B. kununu) und die spannende Frage, ob diese von Unternehmen eher als Gefahr oder Chance begriffen werden sollten. Die Ergebnisse seiner verschiedenen Studien zum Thema legen den Schluss nahe, dass für ein in der Öffentlichkeit eher negativ wahrgenommenes Unternehmen eine positive Bewertung auf einem Arbeitgeber-Bewertungsportal deutlich positive Effekte hat, während eine negative Bewertung die Wahrnehmung nicht weiter verschlechtert. In der Öffentlichkeit positiv wahrgenommene Unternehmen profitieren zwar nicht ganz so eindrücklich von positiven Bewertungen, negative Bewertungen wirken sich aber auch weniger nachteilig aus.

Motivierte, positiv eingestellte Mitarbeiter sollten also auch weiterhin angeregt werden, den Arbeitgeber auf Bewertungsportalen zu bewerten.

Im zweiten Teil ließ er über die Google-Brille die „Fleischwelt“ (eines der meistgezählten Tags zur smcstr) mit der digitalen verschwimmen. Spannende Einblicke darüber, wie wir Neuheiten verarbeiten und diese in unser Leben integrieren. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das Google-Glass durchsetzen wird, aber vielleicht gehöre ich einfach auch nicht zur Zielgruppe… Ich habe noch zu viel Interesse an der „echten Welt = Fleischwelt“.

Besonders gespannt waren wir aber auf den Vortrag der DB Bahn. Wir waren neugierig, wie das für ein Unternehmen dieser Größe eher kleine Social-Mediateam der Bahn die große Anzahl der Kanäle mit den verschiedenen Kommunikationszielen schafft, gekonnt zu bespielen. Unser Tweet zum Vortrag  lässt ahnen, dass unsere Neugier nicht befriedigt wurde.

Stattdessen wurden wir Zuschauer eines albernen und uninformativen 1,2 oder 3-Quiz‘ zur Selbstdarstellung der DB-Bahn.

Sascha Pfeiffer hatte daraufhin in der mehr und mehr aufkommenden Unruhe der Runde kein leichtes Spiel, das Social-Media-Konzept von Expert unter zu bringen, was eigentlich ganz spannend war, da Expert versucht, ca. 200 POS über ein Social Media Konzept und Parentchildsystem zu bedienen.

Leider gab es danach weder einen interessanten Austausch noch eine Diskussion, die mich persönlich sehr interessiert hätte, da auch echte Social Media Experten vor Ort waren.

Es war keine rauschende Nacht, die Social Media Night des Social Media Club Stuttgart. Aber es war ein toller Abend, der auf eine Wiederholung Geschmack gemacht hat. Dank Herrn Dr. Rauschnabel, #bwjetzt, die pro Tweet ein Getränk spendierten, und einigen interessanten Anregungen werde ich aber auch zur nächsten Social Media Night gehen.

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