Mit Farbe und Stil zum Ziel

Jedes Jahr ist die Veranstaltung „Farb- und Stilberatung“ fester Bestandteil unserer Persönlichkeitsentwicklung im Rahmen der PR-Ausbildung. Warum uns das so wichtig ist? Mal abgesehen davon, dass es einfach Spaß macht, sich mit Farben und Kleidungsstilen zu beschäftigen, gibt es dafür zwei relevante Gründe:

  1. Kleider machen Leute – die Wirkung von Farbe und Stil auf die Ausstrahlung als PR-Berater

Es ist keine Neuheit, dass unsere äußere Erscheinung auf unsere Umwelt wirkt. Wir alle lachten schon als Kinder über die Vorstellung eines Königs, der öffentlich in Unterhosen auftritt.

koenigFoto: Rumtreibär

Wir begegnen Menschen in Businesskleidung nun einmal anders als im „Gammellook“. Wohl niemand käme auf die Idee, zu einem offiziellen Termin in seiner Jogginghose aufzutauchen. Auch nicht als PR-Berater in der Kreativbranche. Es macht also einen Unterschied, ob jemand einen klassischen Blazer, eine romantisch gerüschte Bluse oder einen eher traditionell-zünftigen Janker trägt. Genauso lassen manche Farben unsere Gesichter „strahlen“, während uns andere müde erscheinen lassen. Wir fühlen uns in einigen Farben wohl, in anderen eher nicht. Und je nach Person verändert sich, wie Farben und Stil jeweils wirken. Die Stilberatung hat sich daher zur Aufgabe gemacht, Menschen die Wirkung ihrer äußeren Erscheinung auf die Umwelt deutlich zu machen. Einige Marken bieten dies übrigens ihren Kunden als Service an, aber natürlich auch Frauenmagazine.

Handlungsalternative versus Kleidungsdiktat

hemdDabei geht es übrigens weniger um ein Diktat eines bestimmten Stils oder Farbtyps, sondern vielmehr um die Entwicklung verschiedener Handlungsalternativen. Es ist wahnsinnig spannend, im geschützten Rahmen eines Seminars die verschiedenen Optionen seiner stilistischen oder farblichen „Ausstrahlung“ auszuprobieren, und sich bewusst zu machen, wie man diese nutzen kann. Das möchten wir in unserer PR-Ausbildung ermöglichen.

Verschiedene Farben und Stile bringen unterschiedliche Ergebniswelten hervor

extravaganzZunächst stellt sich bei der Stil- und Farbberatung eigentlich die Frage, welche Reaktion man hervorrufen möchte. Möchte man tough und streng erscheinen, eher kreativ/ außergewöhnlich, oder ist es besonders wichtig, seriös zu wirken oder vielleicht eher dynamisch?

Es wäre allerdings zu einfach, hier einen Stil einer definierten Eigenschaft bzw. für „den PR-Berater“ zuzuordnen, wie es häufig passiert (weshalb in vielen Berufszweigen – z. B. Banken oder Versicherungen – geradezu Uniformierungszwang herrscht). Vielmehr spielt die Person in ihren „Anlagen“ eine entscheidende Rolle.

Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt: Ausgewogenheit. Denn Farben und Kleidungsstil können Stärken unterstreichen oder Schwächen ausgleichen, eine gewünschte Wirkung betonen oder eine unerwünschte abschwächen.

Eine große, kräftige Person wirkt im „klassischen“ Business-Outfit z. B. zwar seriös, gegebenenfalls aber zu dominant bzw. streng und sollte ihre sowieso schon „stattliche Erscheinung“ durch Farben und Stil etwas abmildern. Wohingegen die Empfehlung an eine sehr jugendlich erscheinende Mitarbeiterin mit romantischen Engelslocken eher lauten könnte, diese Assoziation nicht durch die Wahl „romantischer“ Kleidung und Farben zu verstärken, sondern durch den „klassischen“ Touch ihre Seniorität zu unterstreichen.

Und natürlich spielen bei jeder Entscheidung für Farben und Stil auch die Erfordernisse der Situation mit hinein. Handelt es sich um einen Kreativworkshop mit dem Kunden, empfiehlt sich womöglich eine andere Wahl als bei harten Verhandlungen.

anzugBesonders wertvoll sind diese Erkenntnisse unseres Erachtens für unsere Mitarbeiter, die von der Uni in das Berufsleben starten und noch in der PR-Ausbildung stecken. Während des Studiums müssen sie sich mit der Frage nach ihrer Kleidung und deren Wirkung nicht beschäftigen und kleiden sich häufig eher leger. Doch mit dem Berufseinstieg stellt sich meist auch der Bedarf eines „Business-Outfits“. Bevor also investiert wird, ist es hilfreich, sich mit der eigenen äußeren Erscheinung zu beschäftigen und einen Stil zu entwickeln, der den beruflichen Erfolg möglichst unterstützt und ihm nicht schadet.

2. Vom Studenten zum PR-Berater – Persönlichkeitsentwicklung in der PR-Ausbildung

students-702090__180Eine sehr wichtige Entwicklung, die jeder PR-Berater in seiner Persönlichkeit durchlaufen muss, ist tatsächlich die vom Studenten zum Berater bzw. Manager. Überwiegen zu Beginn der Tätigkeit in der PR noch theoretische Grundkenntnisse, verbunden mit einer je nach Persönlichkeitsstruktur gestaffelten Selbstsicherheit bzw. -unsicherheit, wächst im Lauf der Jahre die Erfahrung und praktische Kompetenz. Theorie und Praxis verschmelzen so mit der Zeit zu einer Berater-Persönlichkeit. Ein kluger Kopf aus der PR-Branche soll einmal gesagt haben, ein PR-Manager brauche 50.000 Stunden im Job, um zum PR-Berater zu reifen.

Ja, stimmt wahrscheinlich schon. Aber natürlich gibt es Möglichkeiten, die „Reifung“ zu unterstützen. Schulung der Beraterkompetenz zum Beispiel. Oder die Chance, möglichst viele Erfahrungen zu sammeln (wozu übrigens auch zählt, Fehler machen zu dürfen!).

Symbolische Selbstergänzung als Unterstützung der PR-Ausbildung

arztDazu zählt, unserer Erfahrung nach, die äußere Erscheinung der angestrebten Entwicklung anzupassen. Also nicht „wenn ich mich seriös fühle, ziehe ich mich seriös an“, sondern „wer sich wie ein erfahrener Berater fühlen möchte, kleidet sich auch so“. Das nennt man in der Psychologie symbolische Selbstergänzung – und es wirkt.

Deshalb unterstützen wir v.a. junge Mitarbeiter, ihren persönlichen Business-Look zu entwickeln und Stil und Farbe sowohl äußerlich als auch innerlich wirken zu lassen.

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