Vereinbarkeit von Pflege und Beruf – Ausbildung zum betrieblichen Pflegelotsen

pflegelotseWir haben jetzt zwei. Pflegelotsen. Was ist das denn, bitteschön?! Das haben wir uns auch gefragt, recherchiert und direkt zwei Mitarbeiter dazu angemeldet, als wir von der Ausbildung zum betrieblichen Pflegelotsen erfahren haben. Denn dass die Pflege einen immer wichtigeren Aspekt in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ausmacht, ist kein Geheimnis mehr. Momentan werden 1,8 Mio Menschen in Deutschland gepflegt, 71% der Pflegebedürftigen werden zuhause betreut. Jeder 10. Beschäftigte (hauptsächlich Frauen) pflegt „nebenberuflich“. Tendenz steigend. Damit wird der Umgang mit Pflegenden über kurz oder lang für jedes Unternehmen eine dringliche Aufgabe in der Personalpolitik.

Da die Convensis Group sich seit Jahren sehr intensiv mit der Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf befasst und prämierte Konzepte dazu geschaffen hat, liegt der nächste Schritt sehr nahe, sich auch intensiv mit der Situation der pflegenden Mitarbeiter zu befassen.

Die Ausbildung zum betrieblichen Pflegelotsen durch familyNET wird zum ersten Mal angeboten. Obwohl noch in der Pilotphase, glauben wir, dass es schon jetzt eine tolle Möglichkeit ist, ein Signal an die Mitarbeiter zu senden, dass wir für sie da sind, auch wenn es einmal ganz dick kommt und sie unsere Unterstützung brauchen für den unvorhergesehenen Fall.

loryLorena Sapia, eine der betrieblichen Pflegelotsen ist motiviert für ihren Einsatz: „Am Anfang konnte ich mir unter einem Pflegelotsen nicht wirklich etwas vorstellen. Doch nach der ersten Schulung wurde mir klar, was er ist, beziehungsweise macht. Ein Pflegelotse ist ein Ansprechpartner, eine Kontakt- und ganz wichtig eine Vertrauensperson. Ich bin kontaktfreudig und versuche immer, anderen zu helfen bzw. für andere da zu sein und ich denke, dass ich die richtige Ansprechpartnerin bin. Man muss sich nicht selbst in so einer Situation befinden oder sie schon einmal erlebt haben, um für andere eine Hilfestellung zu sein, denn jemandem zuzuhören und ihm Pflegedienste oder Beratungsstellen zu empfehlen, ist schon eine große Hilfe. Die Person, die sich um einen Pflegebedürftigen kümmert, braucht Unterstützung. Ich denke, dass eine Unterstützung vom Unternehmen und offen darüber sprechen zu können, zu einer Entlastung für den Arbeitnehmer führt.“

Der Pflegelotse als Vermittler und Unterstützer in der Pflege

Die Pflegelotsen sind engagierte, freiwillig tätige Kollegen als Brückenbauer zwischen pflegendenden Arbeitnehmern, Altenhilfeeinrichtungen, Pflegediensten und Beratungsstellen. Wichtig war Convensis, dass sie nicht als psychologische oder physische Dauerbetreuung dienen, sondern im Notfall schnell und unbürokratisch den Betroffenen zur Seite stehen. Denn das Problem bei Pflegefällen ist, dass sie häufig plötzlich auftreten und Dauer sowie Entwicklung des Pflegeprozesses nicht planbar sind. Deshalb ist es Susanne Hencke, COO bei Convensis und damit für die Vereinbarkeit von Freizeit und Beruf zuständig, wichtig, gut vorbereitet zu sein. „Auch wenn unser Team relativ jung ist und für sie das Thema vielleicht gedanklich noch in weiter Ferne liegt – für manchen kommt es schneller als gedacht. Darauf wollen zumindest wir reagieren können und dem Mitarbeiter bei den ersten Fragen und statistikSchritten helfen.“ Außerdem ist Pflege emotional eher negativ akzentuiert, psychologisch sehr belastend und ein Tabuthema. D.h., die Pflegenden sind häufig durch zeitliche sowie emotionale Belastung isoliert.

Eine Begleitung ist dabei immer mehr Mitarbeitern wichtig. Studien zeigen, dass 78 % der Erwerbstätigen zwischen 25 und 39 Jahren für mehr Familienfreundlichkeit die Stelle wechseln würden. Bei Beschäftigten im Alter von 40 bis 49 Jahren liegt die Bereitschaft zu wechseln sogar bei 60 %. Lorena Sapia findet es daher gut, dass Convensis die Schulung zum Pflegelotsen nutzt und anbietet, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie Pflege verstärkt unterstützt wird. „Besonders wichtig für mich in meiner Funktion als Pflegelotse ist, dass meine Kollegen wissen, sie können jederzeit auf mich zukommen und offen mit mir sprechen. Besonders gut wäre dann natürlich, eine gemeinsame Lösung zu finden.“

Von der Theorie in die Praxis

flyerIn den beiden Modulen, die zur Ausbildung besucht werden müssen, werden sowohl rechtliche als auch organisatorische Hintergrundinformationen vermittelt. In Fallbeispielen können die unterschiedlichen Pflegesituationen ausführlich analysiert und Lösungen entworfen werden. Wichtig ist darüber hinaus natürlich auch der Austausch unter den verschiedenen Unternehmen.

Jetzt wird es darum gehen, das Gelernte für den Alltag bei Convensis anzupassen und entsprechende Informationsgrundlagen zu schaffen. Toll ist auch, dass wir regelmäßig an weiteren Fortbildungen zum Thema teilnehmen können, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben und uns mit anderen Pflegelotsen auszutauschen.

Please follow and like us:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *