Flüchtlinge in der Kälte in Berlin 2015

Gutes tun zur Weihnachtszeit – Flüchtlingshilfe

Wir wünschen Euch einen schönen 1. Advent!

Adventszeit ist die Zeit der Besinnlichkeit, aber auch der Besinnung. Und für uns gehört es schon zur weihnachtlichen Convensis-Tradition, sich in der Adventszeit dankbar in Erinnerung zu rufen, wie gut es uns doch geht und an die zu denken, die in ihrem Leben nicht so viel Glück, Frieden, Gesundheit, Komfort etc. haben.
Wie jedes Jahr möchten wir die Vorweihnachtszeit daher auch nutzen, Euch jeden Adventssonntag eine gemeinnützige Organisation vorzustellen, die wir unterstützenswert finden.

Diesmal haben wir unseren Schwerpunkt auf Organisationen rund um ein Thema gelegt, das uns im Team, wie wahrscheinlich Euch auch, dieses Jahr besonders beschäftigt hat: die vielen Menschen, die vor Armut, Hunger, Terror und Krieg fliehen.

Zunächst wollen wir Euch ganz allgemein Möglichkeiten vorstellen, Flüchtlingen in ihrer Situation zu helfen.

– von Susanne Hencke –

4 Tipps zur Flüchtlingshilfe

Momentan geht man davon aus, dass mehr als 60 Millionen Menschen weltweit auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung, Hunger, Naturkatastrophen etc. sind. Alle vereint die Hoffnung auf ein besseres Leben in Frieden und Sicherheit. Die Flüchtlinge kommen aktuell vor allem aus Syrien, Irak, Afghanistan, Nigeria und Eritrea. In Stuttgart z. B. sind zurzeit 6.231 Flüchtlinge untergebracht (Stand: 26. November 2015, Quelle: Bürgerservice, Stadt Stuttgart).

Viele Menschen möchten sich in dieser Situation engagieren. Je nach persönlichen Voraussetzungen und Mitteln gibt es dafür sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Diese können wir natürlich hier auf keinen Fall umfassend darstellen. Deshalb beschränken wir uns auf 4 grundsätzliche Aspekte, die uns allen offen stehen:

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Refugees welcome – Willkommenskultur für Flüchtlinge

Die einfachste Hilfe besteht darin, im persönlichen Umfeld für eine positive Willkommenskultur rund um die Flüchtlinge zu sorgen. Viele Menschen treiben Bedenken um. Sie fürchten, die Flüchtlinge würden ihnen Arbeit oder ihre Wohnung wegnehmen, sie haben Angst vor Überfremdung und Islamisierung. Diesen Ängsten zu begegnen und das gesellschaftliche Verständnis für die Situation der Flüchtlinge ist deshalb wichtiger Teil einer gelungenen Integration.

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Die helfende Hand – Persönliches Engagement zur Integration von Flüchtlingen

Du kannst Dich ganz persönlich, in einem Verein, mit Freunden oder Nachbarn oder mithilfe Deines Arbeitgebers für Flüchtlinge einsetzen. Über das Sozialamt kannst Du erfragen, welche Organisationen welche Hilfen brauchen. In Stuttgart gibt es, wie in vielen anderen Städten, regional begrenzte Flüchtlingsfreundeskreise, in denen man sich organisieren kann. Sie helfen dabei, Flüchtlinge in den Stadtbezirk zu integrieren und vernetzen sie mit Vereinen oder anderen Einrichtungen.
Darüber hinaus kann man sich an die üblichen Organisationen wenden, die sich seit jeher sozial in der Flüchtlingshilfe engagieren: Kirche, Caritas, Diakonie, Weltladen, Arbeiterwohlfahrt etc.

Flüchtlinge brauchen unterschiedliche Unterstützung, deshalb kannst Du Dich für das persönliche Engagement von den eigenen Interessen, Fähigkeiten und Möglichkeiten leiten lassen. Besonders nötig sind Übersetzungsdienste oder die Begleitung zu Behörden und Ärzten, Hausaufgaben- oder Nachhilfe sowie die Vermittlung der deutschen Sprache im persönlichen Kontakt oder in Form von Sprachunterricht.

Maximal 24 Monate dürfen Flüchtlinge in einer gemeinschaftlichen Unterkunft wohnen. Wichtig ist daher auch die Unterstützung bei der Suche nach einer Wohnung, oder gar nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz.

Auch in der Gestaltung von Freizeitangeboten gibt es einen enormen Handlungsspielraum über handwerkliche, sportliche musische und kulturelle Angebote.

Viele Flüchtlinge freuen sich über eine persönliche Einladung, z B. zu einem Essen oder einem Fest. Eine meiner Freundinnen organisiert Geburtstagsfeiern für Flüchtlingskinder.

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Kleider machen Leute – Sachspenden

Auf Nachfrage an verschiedenen Stellen wurde uns mitgeteilt, dass momentan die Sachenspendenbereitschaft erfreulicherweise sehr hoch ist, die zahlreichen Spenden bei den annehmenden Stellen aber leider nicht mehr organisiert und gelagert werden können.

Wird also nichts mehr benötigt? Doris Trabelsi von der Caritas weist dies auf der Serviceseite der Stadt Stuttgart zurück. Allerdings passten oft Angebot und Nachfrage passten nicht zusammen. „In einer Unterkunft haben wir lauter Jeans in XXL gespendet bekommen, dort leben aber lauter schlanke Männer“, schildert sie das Dilemma. In einem anderen Heim fehlten Männerschuhe in Größe 44, gespendet wurden dort jedoch fast nur Damenschuhe.

Trotzdem kannst Du Deine Spenden „an den Mann“ bringen:

  • Wir haben sehr gute Erfahrung damit gemacht, uns mit konkreten Angeboten an die üblichen Stellen (s.o.) zu wenden. Die unterschiedlichen Organisationen sind gut miteinander vernetzt und können das Angebot streuen, so dass sich Interessenten direkt melden können.
  • Man kann sich auch an den Bedarfsmeldungen orientieren, die sich auf den Webseiten vieler Organisationen bzw. Freundeskreise einsehen lassen. Dadurch können Sachspenden passgenau vermittelt werden.
  • Eine tolle Idee hatten „Refugees, welcome to …“- Initiativen in Stuttgart, Bonn, Hamburg, Magdeburg, Mainz und vielen anderen Städten. Sie gründeten eine Facebook-Plattform, um  Informationen und Aktionen zur Willkommenskultur möglichst weit zu streuen, aber vor allem auch zur bedarfsorientierten Suche nach Engagement und Sachspenden.

Geldspenden helfen Flüchtlingshilfen

Oft ist Geld nötig, um zu helfen – Geldspenden

Die meisten Flüchtlingsorganisationen sind auf private Spenden angewiesen. Damit werden Personal- oder Sachaufwendungen bezahlt, aber es können auch Rechtsanwaltskosten oder Fahrtgeld übernommen werden, z. B. wenn jemand mit dem Zug zum Konsulat fahren muss, um einen Pass zu beantragen.

Es gibt im Netz zahlreiche Spendenaufrufe, denen man folgen kann. Beispielsweise für das internationale Flüchtlingshilfswerk der UNO, UNHCR, oder Pro Asyl in Deutschland, aber auch viele kleinere Projekte, die es auf kommunaler Ebene gibt.

Spenden können übrigens steuerlich als Sonderausgaben abgesetzt werden, wenn der Empfänger als gemeinnützig anerkannt ist. Eine andere Möglichkeit ist es, bei Jubiläen oder Geburtstagen auf Geschenke zu verzichten und Gäste um Spenden für Flüchtlinge zu bitten.

Auf einigen Adventsbazaren, auf denen ich in den letzten Wochen war, gab es auch Sammelboxen für Flüchtlingshilfen.

Vielleicht war ja etwas dabei für Dich. Wenn nicht, interessiert Dich eventuell auch unser Blogbeitrag über eine Initiative zur Betreuung von Flüchtlingskindern am nächsten Advent.

Eventuell hast Du aber auch noch weitere Ideen, wie wir alle helfen können. Dann schreib uns in den Kommentaren.

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