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Fotocommunities: Pinterest vs. Instagram

Pinterest oder Instagram – das ist hier die Frage! Denn beides sind faszinierende Communities, in denen es eine Vielzahl von Bildern zu bestaunen gibt. Aber was sind die Vor- und Nachteile und für welchen Zweck eignet sich welche Plattform?

– von Julia Mayer-Rosa –

pinterest-793051_1280Der Auslöser, mich mit diesen zwei Communities intensiver auseinanderzusetzen, war die 43. Social Media Night in Stuttgart: Denn an diesem Abend war Jan Honsel, Deutschland-Chef des amerikanischen Online-Netzwerks Pinterest, zu Gast, um die Plattform genauer vorzustellen. Bis dahin war mir in erster Linie bewusst, dass Pinterest bei den weiblichen Nutzern sehr beliebt ist, da besonders die Themen Fashion, Hochzeit, Deko und Rezepte abgebildet werden. Doch Pinterest kann noch viel mehr: Es ist als „visuelles Entdeckungstool“ gedacht, das dazu dient, sich Anregungen zu holen und diese speichern zu können. Tatsächlich sind laut Honsel 80 % der Board-Inhalte professionelles Bildmaterial, lediglich die übrigen 20 % seien User-Generated oder Blogger Content. Daher ist es geradezu ideal, um die Präsenz einer Marke (Stichwort: Brand Awareness) zu steigern und Backlinks zu generieren, denn in den Bildunterschriften kann man beliebig viel Text und Links unterbringen.

Best Case Pinterest: Nivea

Das weiß auch das deutsche Unternehmen Nivea. Aber wer denkt, dass ein Kosmetikhersteller wohl kaum mehr als hübsche Produktbilder zu bieten hat, der täuscht sich gewaltig! Das beweist etwa die Pinnwand „Time to Relax“: Hier zeigt Nivea „blaue“ Entspannungsmöglichkeiten, die inspirieren und dennoch den Markenkern widerspiegeln. Damit geht der Kosmetikhersteller auf die Pinterest-User ein und nutzt darüber hinaus auch auf anderen Boards die Möglichkeit, mit sogenannten Rich-Pins weiterführende Informationen zu platzieren, die z. B. auf den Online-Shop verweisen.

twitter-292994_1280Im Gegensatz dazu basiert das seit 2012 zu Facebook gehörende Instagram hauptsächlich auf User-Generated Content, d. h. die mittlerweile riesige Nutzergemeinde postet meist von unterwegs Bilder und fügt thematisch passende oder humorvolle Hashtags hinzu. Bilder lassen sich aber nur mit einem mobilen Endgerät über die App hochladen. Es gibt zudem keine Möglichkeit, Bilder, die einem besonders gefallen, im eigenen Profil zu speichern wie bei Pinterest, stattdessen kann man aber Fotos kommentieren. Das führt immer öfter auch zu einem spannenden Austausch zwischen Marke und Fan.

Best Case Instagram: Daniel Wellington

Besonders die jüngere Zielgruppe, die ihr Leben gerne mit der Welt teilt, spricht diese Art der Kommunikation an. Das nutzen Unternehmen, um die Beteiligung der Fangemeinde anzuregen, wie beispielsweise mit Fotowettbewerben. Dass dieses Konzept funktioniert, beweist die Uhrenmarke Daniel Wellington mit ihrem „PickoftheMonth“ immer wieder. Dabei handelt es sich um eine monatliche Wahl des besten Fan-Fotos. Kürzlich ist auch die Deutsche Bahn auf diesen Zug aufgesprungen und startet mit der Kampagne #MissionBahnhof eine Spendenaktion – für jedes unter diesem Hashtag veröffentlichte Bild spendet die Bahn fünf Euro an die Flüchtlingshilfe der Bahnhofsmission. Darüber hinaus haben alle Einreichungen die Chance, Teil einer Wanderausstellung zu werden.

Sollte man als Unternehmen nun eher auf Pinterest oder Instagram setzen? Die Antwort ist ein entschiedenes „Kommt darauf an!“ Grundsätzlich spielen originelles Bildmaterial und regelmäßige Posts auf beiden Plattformen eine entscheidende Rolle. Darüber hinaus helfen folgende Fragen bei der Wahl der richtigen Community:

  • Steht die Interaktion (Instagram) oder die Inspiration (Pinterest) im Vordergrund?
  • Soll die Markenbekanntheit mit Hashtag gesteigert (Instagram) oder auch Backlinks generiert werden (Pinterest)?
  • Spielen professionelle Bilder (Pinterest) oder Fotos von Fans (Instagram) die entscheidende Rolle?
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