Fazit der 48. Mercedes-Benz-Social Media Night

pizzaAm Mittwoch war es wieder soweit: Der Social Media Club Stuttgart lud in das Mercedes-Benz Museum zum Vortrag ein. Per Livestream konnten auch die Daheimgebliebenen den Rednern lauschen und an der Twitterwall mitdiskutieren. So haben wir von Convensis auch das Streaming-Ticket genutzt und, mit Pizza gestärkt, die Vorträge verfolgt. Zu Gast waren an diesem Abend Marc Stöcker von mindrevolution und Tobias Spörer von elbkind GmbH.

– von Laura Matz –

Marc Stöcker machte den Anfang und jonglierte los. Nicht mit Wortakrobatik, sondern mit echten Spielbällen.

Die bunten Flummis symbolisierten Content Marketing im praktischen Zusammenspiel zwischen Agentur und Unternehmen – Marc Stöckers Thema. Für ihn steht fest: Content Marketing funktioniert anders als klassische Werbung und lässt sich nicht in verschiedene Kampagnen integrieren. Also gilt es, sich über relevante Inhalte mit Substanz ein Publikum aufzubauen, nachhaltig und langfristig.

Damit der Content auch ankommt, braucht dieser ein relevantes Fachwissen, kombiniert mit Agentur-Know-how. Und damit dieses Zusammenspiel funktioniert, hat Stöcker für mindrevolution ein Modell zur Content-Kreation entwickelt. Dieses sieht vor, dass Mitarbeiter eines Unternehmens zu Fachjournalisten werden und diese wiederum werden von Experten wie mindrevolution gesteuert.

Wobei Steuerung hier auch mit Unterstützung gleichgesetzt werden kann, die Agenturen helfen dann beispielweise bei der Erstellung von Themenplänen, bei der Entwicklung einer grundlegenden Strategie oder bei der Umsetzung in Text, Bild und Video. Für Stöcker eine Win-Win-Situation, da die Unternehmen auf diesem Weg mit einem kompetenten Team unterhaltsame Inhalte mit Mehrwert erstellen und die Agenturen in ihrer Beraterfunktion Aufträge generieren können.

Ein paar Folien später – auf der Twitterwall munkelte man, dass es 181 Stück gewesen sein müssen – ergreift Tobias Spörer das Wort.

Als Mitinhaber der Kommunikationsagentur elbkind GmbH vertritt er die Quadratur im Schokoladenformat Ritter Sport beim Social Media Marketing. Schnell wird klar, auch mit Blick auf die Twitterwall, die Marke kommt gut an. Spörer macht anhand des Relaunchs der Sorte Olympia deutlich, wie elbkind erfolgreich Social Media Marketing umsetzt.

Für die Agentur steht der Dialog zwischen Marke und Kunde im Vordergrund, darum rief sie die Schokofans und User von sozialen Netzwerken mithilfe eines Kampagnenblogs dazu auf, sich an der Wiedereinführung zu beteiligen. Daraufhin wurde unter anderem eine Ritter Sport Olympia-80er-Retro-Comeback-Party in einem Hamburger Club gefeiert oder auch ein Videowettbewerb auf Youtube initiiert. Der Siegerwerbeclip von Usern war auch im deutschen Fernsehen zu sehen. Zudem waren die schönsten Fan-Zitate auf diversen Plakaten in ganz Deutschland zu sehen. Die ausverkauften Regale nach der Wiedereinführung sprachen für den Erfolg.

An dieser Dialogkultur halten Spörer und sein Team weiterhin fest, gerade in den sozialen Netzwerken funktioniert das hervorragend, wie auch das nächste Beispiel beweist. Sogenannte Fake-Sorten von Ritter Sport wie die „Mett“ oder Döner-Sorte kursieren im Internet – dies nutzt die Agentur, um den Dialog mit den Verbrauchern weiter zu stärken.

elbkind setzt auf das „Mitmach-Web“ und bringt deswegen auch die „Blog-Schokolade“ ins Spiel, hier können die User über eine Applikation ihre Fake-Sorten kreieren und das Design der Verpackung bestimmen. Seit 2014 produziert Ritter Sport auch die beliebteste Fan-Sorte „Buttermilch-Zitrone“ für den Verkauf, die über ein Voting ermittelt wurde. Natürlich kommen nur umsetzbare Sorten in die Endauswahl, eine Mett-Version wird also nicht in den Handel kommen. Die Kundenbindung ist nicht nur ein nettes Goodie für das Image des Unternehmens sondern gleichzeitig auch gelungene Marktforschung, Ritter Sport erfährt gleich, was der Kunde am liebsten isst und somit auch kauft.

Neben der „Blog-Schokolade“ setzt elbkind auch auf einen regelmäßigen Kontakt via Pinterest, Instagram und Facebook. Auf der letzteren Plattform ist ein aktiver Austausch gewollt, hier gilt es, eine direkte und in disem Fall digitale Face-to-Face-Kommunikation via Votings oder Umfragen zu ermöglichen, bei Instagram geht es vor allem darum, dass die Community selbst Content mit dem entsprechenden Hashtag liefert. Auf Pinterest sammelt und generiert Ritter Sport beziehungsweise elbkind wieder selbst den Content, den die User zu individuellen Pinnwänden zusammenfügen können. Von kreativen Schokoladenrezepten bis hin zu ausgefallenen DIYs aus Verpackungspapier lässt sich hier alles finden. Auf den Plattformen sind keine Grenzen gesetzt, die 2.100 Follower auf Pinterest, 4.093 Follower auf Instagram und 640.469 Likes auf Facebook zeigen eindrucksvoll, dass die Social-Media-Marketing-Strategie des Dialogs und „Mitmach-Webs“ funktioniert.

Die abschließende Fragerunde, in der Tobias Spörer sich noch den Anmerkungen aus dem Publikum stellte, wurde von einer speziellen Schokoladensorte begleitet: „Grüne Hölle“ heißt die Tafel, die Ritter Sport in Kooperation mit Mercedes Benz für die IAA gefertigt hatte. Sie wurde als Belohnung an die Fragensteller verteilt und spornte die Teilnehmer zusätzlich an, sich zu melden. Nach zehn Tafeln war allerdings Schluss – wer sie verpasst hat, kann sie für 149 Euro bei Ebay ersteigern – ein echtes Sammlerstück.

Mir persönlich haben beide Vorträge gut gefallen, auch wenn das Thema von Marc Stöcker etwas abstrakter war, und von vielen Zuhörern als Wunschdenken oder Utopie belächelt wurde, empfinde ich sein Modell zur Content-Kreation als eine interessante Herangehensweise und durchaus einen wichtigen Ansatz, Content-Marketing voranzutreiben. Als echter Ritter Sport Fan kann ich nur bestätigen: Das Social Media Marketing von elbkind funktioniert! Das hat sich auch in der Präsentation von Tobias Spörer widergespiegelt – hinter einer sympathischen Marke steckt eine überzeugende Kommunikationsagentur.

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