Ein bisschen Nostalgie muss sein: Das Geschäft mit den Retro-Marken

converse-814182_1280Die Nostalgie hat sich in den letzten Jahren von der ärztlichen Diagnose zum wahren Marketing-Trend entwickelt – Retro-Schick und vor allem einige Relikte der Generation Y sind wieder in. Es wird einem immer gesagt, dass man mit der Vergangenheit abschließen soll, aber wie man sehen kann gibt es Dinge, die man nicht vergessen möchte. Man versucht sich immer an gute Zeiten zu erinnern: Studien zeigen, dass viele Menschen in traurigen und schweren Zeiten eine nostalgische Gemütslage aufweisen. In solchen Momenten lieben wir es, an die Vergangenheit zu denken und lassen die positiven Erinnerungen als Selbstheilungsmittel wirken.

Auch Marketing-Profis haben diese Wirkung erkannt und beschäftigen sich immer mehr mit dem Thema „Marken-Revival“. Nostalgie wird mittlerweile als Marketing-Tool in viele Kampagnen erfolgreich eingesetzt. Unternehmer wie Coca-Cola, VW (Beetle), Jack Daniels (Legend-Kampagne), Ahoj-Brause oder Schiesser-Doppelripp haben ihre einst angestaubten Marken wiederbelebt. kilgore-761313_1280Allerdings: Einfach ist das Geschäft mit den Retro-Artikeln leider nicht. Nur eine Marke, die einen hohen Bekanntheitsgrad und ein positives Image aufweist, hat gute Chancen, wiederaufzuerstehen. Bei einigen Marken ist entscheidend, erst einmal herauszufinden, ob überhaupt noch etwas zu retten ist.

Denn Nostalgie alleine reicht leider nicht. Retro-Produkte müssen attraktiv gestalten werden, um die jüngere Generation zu begeistern und als potenzielle Zielgruppe auch wirklich zu erreichen. Ein passendes Beispiel hier sind die Espadrilles, die ihr Comeback feiern. Die flachen Stoffschuhe mit der geflochtenen Sohle sind seit den 1980er-Jahren ein Kultprodukt – einen Unterschied gibt es allerdings zu früher, nämlich den Kostenpunkt: Die Schuhe sind heute deutlich teurer als damals. Nostalgie hat eben ihren Preis. Stars tragen sie und somit werden das Markenimage und der Produktwert in die Höhe getrieben. Das gleiche Muster entdeckt man im Falle von Adidas mit seinen Basketball-Schuh „Superstar“, der 1969 kreiert und in den 1980er-Jahren zum Megaseller wurde.

Aber warum ist das Geschäft mit der Nostalgie und Retro-Produkten so erfolgreich? Experten sagen, dass viele Jugendliche in unserer Zeit die Unbeschwertheit der 1970er Jahre bewundern, während Retro-Marketing bei der älteren Generation Erinnerungen weckt. Das kann ich bestätigen. Obwohl ich ein Kind der 80er bin, war ich schon immer von dem 70er-Jahren fasziniert – egal ob Mode oder Musik. Vor allem modisch passiert sehr viel. Momentan sind die Kleidungsgeschäftrecords-614063_1280e voll mit Retro- und Boho-Chic-Kollektionen. Den gleichen Trend beobachtet man in der Musikindustrie, die den Verkauf von Schallplatten wiederbelebt hat.

Irgendwann kommt alles wieder. Fakt ist, mit Nostalgie als Marketing-Tool kann man gutes Geld verdienen und alten Marken neuen Glanz verleihen. Das Geschäft mit der Erinnerung ist nicht zu unterschätzen. Prognose: der Nostalgie Trend wird auch in die Zukunft funktionieren, solange wahre Emotionen geweckt werden.

 

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