Die Messe 4.0: Ein „365 Grad“-Kommunikationsereignis

404535_355579137794619_778914802_nDie Messe ist ein wichtiges Kommunikations- instrument – nicht nur für uns und unsere Kunden. Denn kaum ein anderes Instrument im PR-Mix bietet Unternehmen so vielfältige Berührungspunkte mit der Öffentlichkeit wie Messen. Auf mehreren Ebenen können hier Marke und Produkte effektiv kommuniziert werden, persönlich wie medial. Vor dem Hintergrund konjunktureller Unsicherheiten, des Strukturwandels in spezifischen Branchen und einer zunehmenden Zahl von Vertriebs- und Kommunikationskanälen stellt sich jedoch verstärkt eine Frage: Sind Messen als Kommunikationsinstrument überhaupt noch zeitgemäß? Die Antwort lautet: ja – und es ist sehr wahrscheinlich, dass ihre Bedeutung immer größer wird. Ein Umstand, auf den sich die PR einstellen sollte.

Die Messe im Wandel der Zeit

Der Kern von Messeveranstaltungen besteht seit jeher darin, Angebot und Nachfrage zueinander zu bringen. Hier werden Geschäftsbeziehungen angebahnt und der persönliche Kontakt zwischen Hersteller und Kunde gepflegt. Das Konzept der Messe hat sich dabei naturgemäß immer auch an die Gegebenheiten des Marktes angepasst. In den letzten Jahrzehnten entwickelten sich Messen so von der reinen Warenmesse und Orderveranstaltung zum Informations- und Kommunikationsereignis weiter. Auch hier besteht das langfristige Ziel im Absatz der präsentierten Produkte, doch Kommunikationsfunktionen wie Erhöhung der Markenbekanntheit, Pflege des Kontaktes zu Kunden und Presse sowie Darstellung der Leistungskompetenz des Unternehmens stehen verstärkt im Mittelpunkt.

Die Messe 4.0

shopthefloorxOb durch persönliche Termine am Messestand, durch Pressekonferenzen, Rahmenevents oder via Pressemitteilung zur Vorstellung neuer Produkte: Auf unzähligen Kanälen kann im Rahmen der Messe mit Journalisten und Bloggern in Kontakt getreten werden. Aus kommunikativer Sicht ist die Messe extrem effizient. Dies ergibt sich durch die Konzentration einer gesamten Branche sowie der Presse auf ein räumlich und zeitlich begrenztes Ereignis. Doch genau darin liegt auch die Beschränkung der Messe. Um in der Konkurrenz der sich ständig wandelnden Vertriebs- und Kommunikationskanäle zu bestehen, müssen sich Messen erneut an aktuelle Marktanforderungen anpassen. Dies kann jedoch nur über die Ausweitung in zeitlicher, räumlicher und inhaltlicher Dimension erfolgen. Um relevant zu bleiben, werden Messen zukünftig nicht nur auf die wenigen Tage der Präsenzveranstaltung beschränkt bleiben, sondern darauf hinarbeiten, den Ausstellern und Besuchern das ganze Jahr einen kommunikativen Mehrwert zu bieten – an 365 Tagen, über alle verfügbaren Kanäle hinweg. Es geht darum, „Matching 365“-Möglichkeiten zu schaffen, mit denen Kunden, Hersteller und Presse das ganze Jahr über zusammenfinden können. Viele Messen, wie beispielsweise die INHORGENTA MUNICH, bieten bereits Services an, die in diese Richtung gehen. Sie werden sich als Kompetenznetzwerke etablieren, die Hersteller und Kunden auch im „produktiven“ Bereich unterstützen. Hier geht es in erster Linie um Wissensaustausch und Innovationen. In diesem Rahmen beginnen Messen bereits jetzt, „Communities“ zu schaffen, die auch außerhalb der Präsenzmesse im Rahmen von Symposien, Veranstaltungen oder auch online verbunden bleiben. Die Ausweitung der Messe in den virtuellen Raum stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung des Messewesens dar. Nach dem Wandel von der Order- zur Kommunikationsmesse wird sich in den nächsten Jahren nun die „365 Grad“-Messe etablieren – an 365 Tagen im Jahr, rundum, über alle Kanäle hinweg. Mit virtuellen Messeständen, Social Media-Funktionalitäten für die Echtzeitkommunikation zwischen Ausstellern und Besuchern sowie der Möglichkeit, Geschäfte direkt online zu tätigen. Shopthefloor, der digitale B2B-Marktplatz der größten Fashionmesse der USA, zeigt bereits auf, wie die Zukunft der Messe aussieht.

Einfluss auf die PR

Die Ausweitung des Angebotes über das ganze Jahr und über alle Kanäle hinweg wird auch Auswirkung auf die PR haben. Der große Vorteil einer zeitlichen Konzentration des Medieninteresses auf einen Ort und Zeitraum wird erhalten bleiben, denn die physische Messeveranstaltung wird nicht untergehen und nicht vollständig von der digitalen Messe ersetzt werden. Das heißt, zur physischen Messe können weiterhin Produktneuheiten unter medialem Interesse kommuniziert, Pressekonferenzen oder Events veranstaltet werden. Allerdings werden sich neue digitalen Kommunikationsmöglichkeiten und -anforderungen für Marken und Unternehmen ergeben. Es ist wichtig, dass die PR diese Entwicklung im Blick hat und im Sinne einer optimalen Kommunikation aktiv nutzt und mitgestaltet. Um sich von der „365-Grad“-Bewegung der Messe nicht schwindelig drehen zu lassen.

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